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Kloster Altzella & Klosterpark

Kloster Altzella: Konversenhaus
Konversenhaus im Kloster Altzella
Erst die Stiftung von Markgraf Otto von Meißen im Jahre 1162 zur Errichtung eines eigenen Hausklosters brachte den gewünschten Erfolg. Diesen Auftrag übertrug er dem Zisterzienserorden. Das Tal des Pietzschebachs und dessen Einmündung in die Freiberger Mulde erwies sich als idealer Platz zur Errichtung eines Klosters nach Zisterzienser Vorbild. Das ursprünglich vorgesehene Böhrigen im engen Striegistal entsprach nicht den Anforderungen. Vom Mutterkloster Pforta aus dem Saaletal zog 1175 der berufene Konvent in das Kloster „Cella Sancte Marie“ ein. Es begann mit der Errichtung der Klausurgebäude bis etwa 1230 eine rege Bautätigkeit - die Stiftskirche, der Ostflügel, das Laienbrüderhaus entstanden und sind geprägt durch eine schlichte romanische Architektur.

Kloster Altzella: Laienrefektorium
Laienrefektorium im Kloster Altzella
Im 12.und 13. Jahrhundert schenkten die Zisterzienser ihre besondere Aufmerksamkeit der Klosterwirtschaft. Wasserbau, Fischzucht, Wein- und Hopfenanbau, Mühlenbetrieb und Werkstätten stehen im Mittelpunkt ihrer angestrebten autarken Wirtschaftsweise. In Freiberg, Meißen, Leipzig, Dresden entstehen eigene Stadthöfe, die die nicht zum Eigenbedarf benötigten Waren absetzen können. Ab 1156 ließ der Wettiner Markgraf Otto von Meißen (der „Reiche”) das Erzgebirgsvorland ausgehend von der Altsiedellandschaft „Lommatzscher Pflege“ (Daleminze) bäuerlich erschließen. Klostergründungen spielten dabei eine wesentliche Rolle. Von den „Schwarzen Mönchen“, den Benediktinern, wurde um 1140 am Mittellauf des Pitzschebachs - mitten in der Wildheit des Zellwaldes - ein Kloster gegründet. Ende des 12. Jahrhunderts verließen die Mönche diesen unwirtlichen Ort wieder.

Kloster Altzella: Handschrift
Alte Handschrift aus dem Kloster Altzella
Zur Sicherung ihres zukünftigen Seelenheils erhält das Kloster Landschenkungen von Adligen. Dazu gehören Stiftungen der Familien von Heynitz, von Miltitz, von Maltitz, von Schönberg, von Borna und von Dohna. Die kluge Wirtschaftsweise und der Erwerb von Landbesitz führte das Kloster im späten Mittelalter zur Blüte. Verschiedene Gewerbezweige erhielten Aufschwung, darunter die Weberei und die Tuchmacherei. 1293 übernahm das Kloster die Stadtherrschaft über Roßwein, 1388 über Siebenlehn und 1430 über Nossen. Der Einfluss der Äbte von Altzella bezog sich auch auf die Wissenschaft. Dazu zählt die Beteiligung an der Gründung der Universität in Leipzig, die Berufung von berühmten Gelehrten an die Klosterschule sowie die Einrichtung der Klosterbibliothek. 1540 folgte mit der Auflösung des Klosters durch die Reformation der schrittweise Abbruch der meisten Gebäude des Klosters. Nur dessen Wirtschaftsteil wurde weitergeführt und durch neue Wirtschaftsgebäude verändert. Im 17. Jahrhundert erwachte das Interesse an diesem historischen Ort wieder. Die wettinischen Begräbnisstätten gaben 1676 den Anlass zur Suche nach den Vorfahren und zu ersten Grabungen in der Trümmerstätte der ehemaligen Stiftskirche. Es wurde mit dem Bau einer barocken Gedächtniskapelle begonnen, die aber unvollendet blieb. Erst durch den Umbau von 1787-1804 wurde die Grabkapelle zum Mausoleum - in frühklassizistischer Baugestalt.

Kloster Altzella: Abtei
Abtei des Kloster Altzella
Die Grabplatten der Stifterfamilie, die Tumba - ein mächtiges Marmormonument -, Inschriften und die Gruft unter der Tumba erinnern an die hier bestatteten wettinischen Markgrafen (1190-1381). Mit dem Bau des Mausoleums wurde ein Landschaftspark angelegt, der in seinem Charakter den englischen Parkanlagen entspricht. Die Einbeziehung der vorhandenen Ruinen, die Schaffung von Blickachsen, Hügeln, Bepflanzungen mit Nadel- und Laubgehölzen und kleineren Wasserläufen entsprachen den Vorstellungen einer „angemessenen natürlichen Anlage“ des Kunstgärtners Johann Gottfried Hübler. Noch heute nach 200 Jahren erkennt man die künstlerischen Absichten von Hübler. Mächtige Buchen säumen die Hauptwege, Wiesen laden zum Schauen und Verweilen ein, auf verschlungenen Wegen gelangt man durch die Klosterruinen: Abtei, Weinkeller, Schüttgebäude und Sommerrefektorium.

 

 

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