Die bemerkenswertesten Schlösser im Klosterbezirk
sind Bieberstein, Reinsberg, Nossen
und Heynitz. Sie liegen alle im Kolonisationsraum
zwischen Meißen und Freiberg, wo
der Landesausbau unter der Regie der Markgrafen
von Meißen erfolgte.
Schloss Nossen
Die Burg wird im Jahre 1185 erstmalig
urkundlich genannt. 1315 geht es in den Besitz
der Bischöfe von Meißen, 1436 an das Kloster Altzella
und 1540 an den Kurfürsten von Sachsen über. Tiefgreifende
Umbauten begannen und es entstand
zunächst der Westflügel des Schlosses als Jagd- und
Reiselager. Der Kurfürst richtete dann im Schloss das
Amt Nossen ein.
Mitte des 17. Jahrhunderts kam es
zum Abriss der alten Burg und zu Gebäudeerneuerungen.
Es wurde das Amtshauptmannsgebäude, die
Rentamtschreiberei, die Frohnfeste und der Küchenbau
in die Baumaßnahmen einbezogen. 1775 gaben
die Wettiner das Jagdschloss in Nossen auf. Nach Fertigstellung
der Umbauarbeiten zog die Justiz in den
Westflügel ein. Das Amtsgericht hatte als letztes Amt
bis 1952 sein Domizil im Schloss. Heute befindet sich
das Schloss wieder in Besitz des Freistaates. Der Westflügel
mit den kurfürstlichen Wohnräumen, Teile des
Riesensaales sowie verschiedene Keller und Verliese
können besichtigt werden.
Hier lädt die ständige Ausstellung
zum Thema „Die Geschichte von Schloß, Ambt
und Jägerey“ wie auch die regionalen Ausstellungen
zu den Themen: „Otto Altenkirch - ein Leben zwischen
Landschaft und Dresdner Bühne“, „Naturräume am
Fuße des Erzgebirges“ sowie zum Lebenswerk der
Amalie Dietrich (die „Kräuterfrau aus Siebenlehn”),
die als Naturforscherin 10 Jahre in Australien weilte,
herzlich ein.
Schloss Bieberstein
Das Schloss Bieberstein liegt auf einer Felszunge
hoch über der Bobritzsch. Ursprünglich frei, ist sie
heute dicht mit Bäumen bewachsen. Die Einheit zwischen
Wehr- und Schlossbau zeigt sich auch heute
noch unverwechselbar. Im 14. Jahrhundert ist das
alte und neue Schloss in den Händen derer von Maltiz.
1630 gelangte das Schloss in den Besitz der Herren
von Schönberg. Das obere Schloss wurde 1666
von G.T. von Schönberg neu gebaut. Zwischen
1710-1720 erhielt es das jetzige barocke Aussehen.
Über viele Jahre diente das Schloss als Jugendherberge
und befindet sich jetzt in Privatbesitz. Die
“Bieberstein Forum GmbH” organisiert im Schloss
Tagungen, Konferenzen und Veranstaltungen.
Schloss Reinsberg
Schloss Reinsberg lässt in seiner Architektur sehr
viel von seiner Wehrhaftigkeit erkennen. Die Hauptbrücke
führt zu einem mächtigen Rundturm, der
außen stolze 11 Meter und innen 6,70 Meter misst.
Der Schlossbau trägt Teile der Gotik, der Renaissance
und des Barock. Die Ersterwähnung geht auf das Jahr
1197 und auf einen Reginhard von Reinsberg zurück.
1411 kam es in den Besitz der Herren von Schönberg.
1922 ließ die Familie das Wohnschloss erneuern und
nutzte es bis zur Bodenreform 1946.
1989 gelangte das Schloss wieder in Privatbesitz. Derzeit
werden hier verschiedene traditionelle Bräuche
und Veranstaltungen im historischen Umfeld den
Besuchern präsentiert.
Schloss Heynitz
Das Schloss Heynitz und das ehemalige Rittergut gehört
zu den ältesten Herrschaftssitzen des Landes. Vom 12.
Jahrhundert an bis 1945 war es Stammsitz der Freiherren
von Heynitz. Seit 1945 wird es von der
Gemeinde genutzt. Die malerische Schlossanlage liegt
in einer Senke und geht auf einen von Wassergräben
und Palisaden umzogenen Wohn- und Wehrturm
zurück. Charakteristisch für den Schlossbau sind die
Fassadengestaltungen und Erkerbauten um 1585. Im
19. Jahrhundert erfolgten Modernisierungsmaßnahmen
im neugotischen Stil und 1920/21 der neue
Innenausbau. Der englische Landschaftsgarten (entstanden
um 1800) lädt auch heute noch zu Spaziergängen
in die Umgebung und in das Triebischtal ein.